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Mehr CO2, bitte!



Europäer erkennt man gewöhnlich daran, dass sie versuchen, wenig CO2 zu erzeugen, um das Klima zu retten. Andere Weltbewohner lächeln zwar über die spleenigen Europäer, aber jede Gegend pflegt ihre Eigenarten. Kohlendioxid meiden die Europäer wie das Böse schlechthin: sie pumpen es sogar in die Erde, in tiefe Kavernen in der wahrscheinlich vergeblichen Hoffnung, dass es dort unten bleibt und nie wieder zum Vorschein kommt.

Doch nicht alle Europäer teilen die gemeinsame Abneigung gegen das Gas, einige wollen sogar mehr davon, und wo finden sie es: in der Erde. In der Toskana holt eine Firma Kohlendioxid aus dem Untergrund herauf, um es zu verflüssigen und in Stahlflaschen abzufüllen, die man der Getränkeindustrie verkaufen kann. Diese wiederum fabriziert damit spritzige Getränke, die mit freundlichem pschitt das Gas in die Atmosphäre entlassen, wo es prompt seine klimaschädigende Wirkung entfaltet.

Rund 100.000 Tonnen CO2 produziert diese Firma im Jahr. Wenn man bedenkt, dass ein moderner benzinbetriebener Kleinwagen 100 Gramm CO2 je Kilometer erzeugt, dann schadet die Firma dem Klima ebenso wie tausend Autos bei einer Lebensdauer von 100.000 Kilometern.

Schlimmer noch: da das Geschäftsmodell so erfolgreich ist, wird nun in der Nähe von Certaldo, ebenfalls in der Toskana, eine zweite Kohlendioxid-Fabrik gebaut. Das Gas aus dem Boden zu holen, ist halt viel billiger, als es aus der Atmosphäre zu gewinnen., Die Behörden, die die Baugenehmigung erteilt haben, juckt das Klima offenbar nicht.

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—— Benedikt Brenner